Elba-Erinnerungen ab 1966

von Maria und Aemilian Moser

Wir fühlen uns noch nicht alt, aber wir können so weit zurück blicken,  dass wir selbst erstaunt sind, wenn wir die Anfänge unserer Reisen nach Elba Revue passieren lassen.

Unsere 1. Reise war im Jahr 1966. Wir wohnten in einer Ferienwohnung in Scaglieri bei der Fischerfamilie Marinari.
In späteren Jahren komfortabler in Ferienwohnungen der Frau Ferrari „I bungali“ oder „villaggio 2“, die selbst in einer Villa auf einem Felsen zwischen Scaglieri und Biodola wohnte. Dieses Haus hat der Schriftsteller Johannes Mario Simmel in seinem Roman „Liebe ist nur ein Wort“ genau beschrieben.

In den ersten Jahren gab es noch keine Supermärkte, aber die Wochenmärkte in den verschiedenen Orten gab es schon. Man kaufte  in Portoferraio in kleinen Lebensmittelläden und  Bäckereien oder in der Markthalle ein. Dort gab es alles für die Urlauber und Schiffseigner.  Fische , z.B. Schwertfisch (Spada) oder Thunfisch lagen noch im Ganzen auf den Verkaufstischen.  Fleischstände, Obst, Gemüse und Lebensmittel wurden dort angeboten. Dabei konnte man noch sein erlerntes Italienisch anwenden, was heutzutage nicht mehr so wichtig ist.
Bemerkenswert fanden wir auch, dass Pferdekutschen als Taxi die Hausfrauen, die am Stadtrand wohnten, zum Einkaufen fuhren. Am Freitag war damals der Kramermarkt noch in Zentrum, wo heute ein Parkplatz ist.

In Portoferraio wurde an einer Häuserecke im Zentrum in einem fahrbaren Kessel gekochter Polpo angeboten, was damals für uns fremdartig war. Mein mutiger Ehemann probierte den Polpo und er schmeckte gut.
Vor einer Metzgerei im Zentrum von  Portoferraio hing anfangs noch ein halbes Rind an der Wand vor dem Laden zum Verkauf.

Interessant war auch die Geldbeschaffung. Man musste vormittags in die Stadt und in der Bank lange warten, bis man an der Reihe war. Man hatte entweder genug Bargeld dabei oder Schecks, die dann in Lire eingewechselt wurden.

Eine Fahrt rund um die Insel gestaltete sich anfangs schwierig. Die Strasse im Westen war noch nicht fertig ausgebaut und jahrelang eine Baustelle, daher kannten wir anfangs Pomonte und Chiessi nur flüchtig.

Später wohnten wir dann bei deutschen Bekannten in deren Häuschen in Viticcio, das  leider verkauft worden ist.

Es gäbe noch viel zu berichten über die noch nicht durchgehend befahrbare Autobahn von Innsbruck nach San Vincenzo, wobei wir zwei Tage für die Reise benötigten; über die  kleinen Fähren, die bei hohem Seegang im Herbst unangenehm schwankten und die Zeit ohne Mobiltelefon, wo man in einer Bar in Portoferraio im Hinterzimmer das Gespräch nach Hause führen konnte…….
Aufgezeichnet von Maria und Aemilian Moser in Steingaden in der Nähe von Füssen im Allgäu

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